Heute ist Mutti fällig … der Frauentag
März 8, 2008 von fromrussia
„Watt den enen sin Uhl ist den andern sin Nachtigall“, sagte schon immer meine Oma, Gott hab sie selig. Und was den Deutschen der Muttertag, das ist den Russinnen, Ukrainerinnen und Bewohnerinnen der anderen ehemaligen Republiken der Sowjetunion der „Internationale Frauentag“. Der Tag, der einer Ansicht nach von Clara Zetkin seinerzeit propagiert wurde, wird weiterhin in den Nachfolgestaaten der UdSSR, also auch in der Ukraine gefeiert. Und das sieht dann wie folgt aus. Was den Herren der Schöpfung das Geschenkset „SOS“ - (Socken, Oberhemd und Schlips) ist, das sind die klassischen Geschenke zum Frauentag, Blumen, Duftwässerchen und Konfekt. Mit letzteren dürfte man aber nur dann Erfolg haben wenn das Geschenk nicht gerade mit den Worten „Meinem Pummelchen“ überreicht wird. Anderefalls gibt es “Abzüge in der Haltungsnote”.
In den Straßen sieht man Männer mit Blumensträußen, gegen Mittag gesellen sich Frauen, ebenfalls mit Blumensträußen, hinzu. Letztere tragen das nach hause, was die Männer vorher angeschleppt haben. Und manch eine Frau hat da soviel zu tragen, daß sie sich bequem mit all dem Grün tarnen könnte, wenn die Tarnung in einem Tulpen-, Nelken- oder Rosenfeld erfolgen müßte. Interessant ist an solch einem Tag der Blick in das Büro von Frauen die leitende Positionen einnehmen. Am Umfang der Blumenlieferungen läßt sich ablesen welchen Stellenwert die so Geehrte in ihrer Umgebung einnimmt. Ab Mittag ist niemand mehr erreichbar in den Firmen und die Belegschaften begehen schon mal den Frauentag. Manchmal hat man allerdings den Eindruck als ob es nicht Frauentag ist, sondern Männertag.
Als Ausgleich für die Beschwernisse eines Feiertages der auf ein Wochenende fällt, wird dann am Montag auch nicht gearbeitet. Ja, man hat es nicht leicht mit all dem Feiern nachzukommen. Heute ist übrigens auch noch das Ende der Maslenitsa, der Woche mit der die vorösterliche Fastenzeit eingeleitet wird. Und das heißt? … richtig, ein wenig feiern ist angesagt.