Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for März 2010

Ich bin Leser der sog. „Joe-Liste„, der Liste für „Junge Osteuropa Experten“. Na ja, mit dem Jungsein habe ich mit meinen fast 58 Jahren so meine Schwierigkeiten. Desungeachtet ist die Liste aber ein wertvoller Bestandteil meiner Arbeit. Viele Neuigkeiten und Tipps kann man hier finden. Zunehmend finden sich neben Stellenangeboten ebenfalls „Praktikumsstellen“. Ehrlich gesagt kann ich das Wort „Praktikum“ schon nicht mehr hören oder lesen. Zumeist verbirgt sich hier das Angebot „mal eben ein wenig zu malochen“, entweder für eine „Aufwandsentschädigung“, wenn es sie denn gibt, oder zunehmend auch einfach „für lau“,“nada“,“nichego“, m.a.W. für Nix.

Ich kann verstehen, dass insbesondere kleinere Firmen ihren Mitarbeitern in den Anfängen keine Riesengehälter zahlen können. Ich verstehe auch, dass Praktika einen Einstieg in die Berufswelt bieten können, wobei die Betonung auf „können“ gelegt wird. Insbesondere das damit verbundene Networking kann im weiteren Verlauf der Karriere-Entwicklung hilfreich sein, muß es aber nicht zwangsläufig. Demzufolge wäre es schön wenn dem „Praktikanten“ wenigstens eine Anerkennungsvergütung für seine Arbeit gezahlt würde.

Denn um die Erbringung von Arbeitsleistung, nicht um Kenntnisvermittlung, dem eigentlichen Ziel eines Praktikums, handelt es sich in der Regel. „Wirkliche Praktikanten“ werden hingegen unter die Obhut eines internen Mentors gestellt, der dem Praktikanten etwas beibringt. Jedenfalls sollte das so sein.

Aber, wie man sieht, kann man vorab seine eigenen Anforderungen an den „Praktikanten“ ins Uferlose treiben, während man sich selbst mehr als bedeckt hält. Hier ist also das ach so vorteilhafte Angebot:

Marketing and Business Development Intern(ship) in Bucharest

Deadline: April 16, 2010

Romanian-German expat services company City Compass is offering an
internship in Bucharest, Romania. Applicants should have excellent
English communications skills, and be highly motivated to work in the
service industry. The internship is open to current university
students and graduates alike for a period of 4-12 months. For current
students, only those in their second year (for three-year programs)
and in their third (for four-year programs) will be considered;
exceptions may be made for outstanding students with a recommendation
from their program director.

Applicants with previous experience working/living abroad, or who
have studied business, web design, or a related field are strongly
encouraged to apply. The intern will develop their skills in a
dynamic, young company in a developing economy in Eastern Europe.
This offers interns the opportunity to take on responsibilities and
learn skills that are usually only offered to employees in Western
Europe: working on projects with clients from international
corporations, the creation of new marketing strategies, and the
chance to meet and network with highly influential people are a few
of the fringe benefits of interning with City Compass in Bucharest.

Requirements:

Applicant must be a university graduate or student in business,
marketing, economics, Eastern European studies, IT&C, or related
field. Excellent written and spoken English are required; German or
Romanian language skills are a bonus but are not essential.
Applicants with foreign experience are strongly preferred. The ideal
applicant is a very dependable ‚people person‘ who is adept at
networking.

Responsibilities:

Must be able to work effectively with a wide variety of Romanian and
international clients; will handle basic content management for
website (experience preferred but not required), marketing materials,
and bi-weekly newsletter; secretarial tasks including expedient and
professional email response, filing, telephone answering, etc;
organisational assistance with the company’s services including
workshops, tours, and events; Sales activities with incentives also
available.

Compensation:

This internship does not offer compensation. Students must be grantees
(Leonardo, Erasmus, etc.), or have adequate provisions to cover the
entire length of the internship. Verification of this status must be
submitted when an official offer for the position is accepted.
Assistance in finding accommodations and transport are available.
There are, however, sales incentives as well as financial support with
Romanian language classes.

To Apply (Deadline April 16, 2010):

Interested students should send a description of their internship
requirements (Leonardo, Erasmus, or other programme specifics), a CV
(including a detailed description of their current area of study) and
a short motivation letter to…

Um es richtig zu verstehen, niemand will sinnvolle Praktika madig machen. Aber ein Praktikum sollte gewissen Mindestanforderungen genügen. Dazu zählt nach meiner Ansicht u.a.

  • Eine angemessene Entlohnung
  • Ein Praktikaplan (was soll er Praktikant erlernen? Wer ist der tägliche Ansprechpartner?)

Bei Praktika im Ausland:

  • Wer trägt die An- und Abreisekosten und die Unterkunftskosten?
  • Krankenversicherung
  • Visakosten und und und ..

In vielen „Praktikaangeboten“ sehe ich solche Minimalerfordernisse nicht erwähnt. Da wird nur von den Anforderungen an den Bewerber geredet. Ein Praktikum als Überbrückung zwischen Studium und angestrebtem Berufseinstieg mag sinnvoll sein. Ich als künftiger Arbeitgeber aber würde nachhaken.

  1. Wo hat er / sie gearbeitet?
  2. Wie sah der Praktikumsplan aus?
  3. Was kam bei dem Praktikum raus? was wurde gelehrt und gelernt?
  4. Wer war der Mentor?
  5. Und, was hat er / sie als Entlohnung bekommen?

Würde sich bei mir ein „unbezahlter Praktikant“ von ehedem vorstellen gäbe es für mich nur zwei Sachen zu prüfen:

Erstens:  Kann der Bewerber ökonomisch denken? Offensichtlich nicht allzu sehr, denn er „verschenkt“ seine eigene Arbeitsleistung.

Und Zweitens: Wieso sollte ich ihm ein höheres Gehalt zahlen? Er / sie hat doch schon so bewiesen dass man mit wenig auskommen kann und wohl auch zufrieden zu sein scheint. Falls nicht, muß er ja nicht bei mir anfangen. Die Liste der „Zero-Salary-Willigen“ füllt sich unter den Bedingungen der Krise sicher auch so schnell genug um einen Dummen zu finden der für „lau“ malochen wird.

Das klingt bösartig, soll aber nur auf Folgendes hinweisen: Wer „für lau praktiziert“ ebnet den Weg den Firmen, die im Zweifel bei ihren Arbeitskräften wieder und wieder auf „Praktikanten“ zurückgreifen werden. Warum sollten sie es nicht tun? War doch erfolgreich das Modell „unbezahlter Mitarbeiter“. Na dann, weiter so.

Und last but not least sollte sich der „Zero-Budget-Praktikant“ die Frage stellen, ob er / sie nicht gerade seinen möglichen Arbeitsplatz vernichtet hat, nämlich den, den die Firma in Zukunft immer wieder „für lau“ mit wechselnden „Praktikanten“ besetzt. Wer das nicht will und sich nicht in die Reihe der „Ewigen Praktikanten“ einreihen will, dem sei geraten diese Art von „Angeboten“ in Zukunft zu ignorieren. Sonst gehört er / sie bald nicht zur „Generation Praktikum„, sondern zur „Generation Prekär„.

Wie heißt es doch so schön in der Welt des Vertriebs?

„Jeden Morgen steht ein Dummer auf, man muß ihn nur finden“.

Advertisements

Read Full Post »

Meine Glückswelle scheint einfach nicht abzureißen. Die nachfolgende Gewinnmail habe ich heute mal wieder meinem Posteingang gefunden. Da stellt sich doch die Frage „Wohin nur mit dem vielen Geld?“ nachdem ich doch schon fast ein iPad gewonnen habe. Aktien? Aktienfonds? Oder gibt es noch verwegenere „Finanzprodukte“ mit denen ich gestern schon reich werden kann? Warenterminbörse in Mogadischu? Maniokwurzeln aus Vanuatu und Tapioka aus Burkina Faso sollen ja im Moment der absolut heiße Insidertip unter Fachleuten sein, so mal ganz unter uns. Aber vorsichtig sein, nur „short“ Kontrakte, nichts auf „long“.

Auf alle Fälle werde ich einen Teil des Megagewinns an Herr Dr. Robert Moor und seine Asistentin, Fau Carol Jones übersenden für die Absolvierung eines Deutschkurses. Und hier der Gewinnbrief allen zur Kenntnis.

Wohin nur mit dem vielen Geld?

Herzlichen Glückwunsch: Lucky Winner!
Wir freuen uns, Ihnen mitzuteilen, dass Sie die Summe gewonnen zu haben von £ 485,000.00 GBP-vierhundertfünfundachtzigtausend Great Britain Pounds by Yahoo! MSN (Windows Live) Awards.

ZAHLUNG DER PREIS UND ANTRAG

Die Gewinner werden im Einklang mit seiner / ihrer Abrechnung Center bezahlt. Yahoo Preisverleihung darf nicht später behauptet, als 15 Tage ab Datum der Mitteilung Unentschieden. Wird der Preis nicht innerhalb dieser Frist geltend gemacht werden, verfallen. Unten angegeben sind Ihre Identifikationsnummern:

CHARGENBEZEICHNUNG YPA/07-43658
Referenznummer: 2007234522
PIN: 1206

Sie werden hiermit empfohlen, an uns zurück zu erhalten, indem
Kontakt mit dem Clearance Officer, Dr. Robert Moor für Ihre Ansprüche.
Kontakt: Dr. Robert Moor
E-Mail: dr.robertmoor @ yahoo.com
Telefon: +2348037411435

Grüße,
Frau Carol Jones
Online-Koordinator

Na ja, das Deutsch könnte besser sein, aber bei dem Gewinn schaut man mal gern drüber hinweg. Komisch auch dass die internationale Vorwahl nach Nigeria führt. Ob Yahoo da jetzt einen neuen Sitz hat? Es wird sich doch wohl nicht etwa um die sattsam bekannte „Nigeria Connection“ handeln? Kann ich mir einfach nicht vorstellen. Dazu ist das Schreiben einfach zu seriös.

Egal, Hauptsache die Kohle kommt bald, nötig hätte ich es schon.

Read Full Post »

Ich muss gestehen, ich liebe Otto Reutter, seine Lieder dudeln seit einiger Zeit ununterbrochen von meinem iPod und mein iPhone ist auch nicht verschont geblieben. Das Lied vom „Überzieher“ – nein nicht von dem, sondern von einem Mantel – von Otto Reutter ist vielleicht noch dem einen oder anderen bekannt. Und wer ihn nicht kennt sollte sich schleunigst kundig machen. Es geht um den Verlust eines neuen Mantels in einer Gaststätte, soviel sei verraten. Insgesamt sind die Lieder von Otto Reuter auch heute noch aktuell, obwohl sie bereits zur Zeit des Ersten Weltkriegs und in den 20er Jahren entstanden.

Worüber ich mich hier heute verbreiten sind, das sind Zeitgenossen die sich im Internet tummeln und den allzu leichtgläubigen Zeitgenossen mit einem Abo für sog. „Mehrwertdienste“, m.a.W. einem Handyabo „beglücken“ wollen und erstaunlicherweise auch Reutter heißen, aber nicht Otto Reutter, sondern Jürgen Reutter.

Ich tappe NIE in eine Computerfalle, jedenfalls habe ich das bisher immer gedacht. Und doch wäre es mir heute morgen auch fast so gegangen. Ja, ich höre es schon, „Geiz besiegt Gehirn.“ Genau, ein Teil meines Hirns muß wohl am heutigen Morgen nicht den Weg aus dem Bett gefunden haben. Anders kann ich es mir nicht erklären was dann passierte.

Das Ganze geht dann so. Wer den Internetdienst „Twitter“ so wie ich nutzt, der stellt ab und zu auch das eine oder andere Bild ins Netz. Und dazu bedient er sich einer der zahlreichen Internetdienste die dabei behilflich sind. Bei mir war es der Internetdienst „Twitpic.com„. Schnell ein Bild gemacht, hochgeladen und das war es, ganz einfach und ohne große Mühe. und da der Twitpic-Dienst sich irgendwie finanzieren muss, blendet er Werbung ein.

Sein blaues Wunder kann manchmal der erleben, der auf die Werbung im Twitpic klickt. Da wird dann u.a. eine Verlosung des neuen iPad angekündigt, also schnell ein Klick und .. wir sind dem „Angebot für hochwertiges Handyentertainment“ schon ein wenig näher gekommen.

iPad haben wollen? Vorsicht

Wer will nicht das neue APPLE iPad haben, dieses Wundergadget das mit großem Getöse vorgestellt wurde und das im April nun auch in Deutschland zu haben sein soll.

Aber weiter im Text. Wer jetzt auf den Klickbutton rechts auf dem Bildschirm klickt, der kommt auf die WEB Site der Firma „Buongiorno Deutschland GmbH„, Arndtstraβe 34 10965 Berlin, Geschäftsführer: Jürgen Reutter, Handelsregister Nr. HRB 80426, Berlin Charlottenburg, Steuer Nr. 29/103/03360 DE217621230. Die Klicki-Bunti-Site zeigt „Handyspass“ und „Handy Spiele“.

Na dann viel Handy Spass.

Um was es eigentlich geht, das erfährt nur der, der die WEB Site herunterscrollt. Aber wer macht das schon?

Um was es sich bei Blinkogold handelt erfährt nur der der die Site herunterscrollt.

Die postalische Adresse der Firma ist laut Impressum erstaunlicherweise in der Sandstraβe 7-9, in 80335 München. In Berlin registriert? In München ansässig? Warum nicht gleich Vanuatu?

Auch eine Hotline hat die Firma, die allerdings, wen wundert es, nicht kostenlos ist, obwohl sie laut WEB Site als „Kostenlose Anfrage und Kündigung“ bezeichnet wird.

Na ja, wer wen Pfennig nicht ehrt, der ist des Talers nicht wert, wie meine Oma, Gott hab sie selig, schon immer richtig sagte. Die Kundenhotline unter der Nummer 01805 00 88 054 kostet nämlich 0,14 € pro Minute aus dem Festnetz der DTAG und maximal 0,42 € pro Minute bei Anrufen aus den Mobilfunknetzen. Kleinvieh macht eben auch Mist.

Die Handyabofalle ist schon aufgebaut, jetzt muss man nur noch hineintappen.

Weiter geht es. Nach dem verhängnisvollen Klick kommt man auf eine WEB Site in der einige Fragen zum neuen iPad gestellt werden. Kleiner Tip am Rande, man sollte die APPLE WEB Site in einem neuen Tab öffnen und schon kann man alle Fragen spielend leicht beantworten. Nachdem man diese Fragen beantwortet hat, geht es ans Eingemachte. Jetzt soll man seine Handynummer eingeben. Und wer das macht, der erhält in wenigen Augenblicken eine SMS, die einen auffordert einen Code den man Dir per Handy übersendet hat, in die WEB Site einzugeben.

Hier hätte Herr Reutter gern Deine Handynummer. Spätestens JETZT sollte es bei Dir klingeln.

Wer das wiederum macht, der hat ein neues Handyabo zum Preis von 2,99 Euro für 5 Tage abgeschlossen herzlichen Glückwunsch!

Hier geben wir nichts, aber auch rein garnichts ein, es sei denn wir wollen uns ein Handyabo aufhalsen.

Das Abo verlängert sich natürlich selbstredend stets wenn nicht gekündigt wird. Und so kann die Firma Blinkogold – Ja von Gold ist im Firmennamen die Rede – im Idealfall innerhalb eines Jahres den erstaunlichen Betrag von 218,27 Euro vom Übertölpelten, sorry „Kunden“  einheimsen.

Da ich nicht der Einzige bin der sich für das iPad interessiert, insbesondere wenn es für lau zu haben sein soll, kann sich Herr Reutter im Zweifel über das Klimpern eingehenden Geldes auf seinem Konto bei der Deutsche Bank AG, BLZ 100 700 00, KTO 43 84285 freuen.  Nicht schlecht gelle? „Pecunia non olet“, wie die Römer schon wußten.

Aber wem das noch nicht genug ist, den versorgt die Firma auch noch mit einem kostenlosen (???) iPhone, gut was?

Ein iPhone für lau? Klar, wenn man denn auch noch "Exklusives Mobile Entertainment Angebot" der Firma Blinkogold annehmen will, immer zu.

Ach ja, fast hätte ich es vergessen. Kann man hier von Abzocke reden? Natürlich nicht, denn die Firma schreibt es ja selbst auf ihrer WEB Site unter dem Punkt „Hilfe“. Da heißt es

„BlinkoGold Sparabo >> ist das ein Abzock-Abo?

Nein! Im Unterschied zu Abzock-Abos entscheidest DU allein was Dir gefällt und Du bekommst nicht unaufgefordert irgendwelche Sachen zugeschickt!“

Na ja, wenn das so ist, dann bin ich ja beruhigt. Also, nichts für ungut Herr Reutter, sorry. Wo kommen dann bloß die vielen Beiträge zur Firma Blinkogold im Forum der WEB Site „Computerbetrug.DE“ her? Herr Reutter, können Sie sich das erklären? Und eine Google-Suche zum Begriff „Blinkogold“ fördert ebenfalls Erstaunliches zutage.

Was Google zum Thema "Blinkogold" so alles weiß, schon sehr erstaunlich.

So, jetzt muss ich mich aber sputen, ich bin schon wieder als Gewinner ausgewählt.

Gewinne über Gewinne im Internet, warum arbeite ich dann noch? Gibt doch alles für lau.

Was es wohl diesmal ist? Ein iPod? Ein MacBook? Ein Porsche Cayenne? Oder gar eine Weltreise? Ein Einfamilienhaus? Oder die langersehnte Million? Ich bin schon ganz gespannt. Ich halte Euch jedenfalls auf dem Laufenden.

P.S. und da reden wir von der russischen Mafia? Der Griff in Deine Geldbörse ist näher als Du denkst. Also, schön aufpassen, gelle?

Read Full Post »