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Archive for the ‘Ukraine’ Category

oder im Keller findet man beim Herumkramen das eine oder andere dass man fast vergessen hat und das unverdient ein trauriges Dasein fristet. So etwas passierte auch meinem Bericht über eine schon vor längerer Zeit erfolgte Fahrt von Russland in die Ukraine.

Ich finde den Artikel immer noch ganz nett und deshalb will ich ihn niemandem vorenthalten. Und deshalb wird er hier verlinkt. Wer wissen will wie das „gutnachbarschaftliche Verhältnis“ der beiden Staaten in der Praxis aussieht, wer sich hinter dem „Specialagent“ an der russisch-ukrainischen Grenze verbirgt und wie es so mit der Ausschilderung der Strassen in der russischen und ukrainischen Region (ich hasse das Wort ‚Provinz‘ … so herablassend) verhält, der ist bei diesem Artikel richtig.

Viel Spass beim Lesen, ach ja und von Seite zu Seite geht es meist über den Link unten auf den Seiten oder oben im Kopf, wo die einzelnen Kapitel aufgelistet sind.

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Lang ist es her. Gestern habe ich mal wieder meinen Blog inspiziert und da fiel es mir auf, früher war nicht nur alles besser … und einen Kaiser hatten wir auch noch … nein, früher war ich mehr dran an Rußland. Ok, ich bin jetzt seit einiger Zeit mal wieder in Deutschland und bekomme den hiesigen Regierungszirkus mit, der sich in Vielem gar nicht so sehr von der russischen Variante unterscheidet.

Nur „hängt man dem Publikum dort keine Nudeln auf die Ohren“, ein russischer Ausdruck für das was wir mit „Vorspiegeln falscher Tatsachen“ oder „Märchen erzählen“ umschreiben würden, sondern man sagt ganz klar „gelenkte Demokratie“ und Basta.Im Gegensatz dazu wird dem Souverän hier der Eindruck vermittelt er könne etwas bewegen um gleich am Tag nach der Wahl eben die Versprechen zu beerdigen, die man kurz zuvor noch vollmundig von jedem Wahlplakat verkündet bekam. Wer da nun der Ehrlichere ist, will ich mal offen lassen.

Gut, aber das war nicht das eigentliche Anliegen dieses Artikels. Vielmehr geht es mir um mein „Kleines russisches Tagebuch„, das immer noch in den unendlichen Weiten des Internets sein Dasein fristet. Bei der Durchsicht kamen mir viele „Ach-Ja“-Gedanken, das eine oder andere was dort steht hat auch heute noch seine Berechtigung und ist einen Blick wert. Lang, lang ist es eben schon her.

Also, warum nicht mal reinschauen? Viel Spass beim Lesen.

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Über das Einkaufen in Russland habe ich schon desöfteren geschrieben. Das traditionelle Einkaufen in Läden alter Prägung, die man heute in größeren Städten nur noch selten findet, geht wie folgt vor sich:

Man geht zum Tresen, sagt der Verkäuferin was man benötigt, die holt die Ware, wiegt sie ggf. ab und nennt den Preis. Den schreibt man sich auf ein kleines Stück Papier das man meist in einem Zettelkasten findet. Hat man alles zusammen – zumindest in dieser Abteilung – geht man entweder in eine andere Abteilung wo sich das Spiel wiederholt, oder man geht zur Kasse.Abakus, Russian computer

Dort sagt man erst aus welcher Abteilung man kommt und liest dann die Preise vor, die die Kassierin dann in  die Kasse eintippt. Mit dem Bon geht man zurück zur Verkäuferin, die prüft alles und gibt einem dann die Waren. Soweit, so gut. Mittlerweile gibt es aber zumindest in den größeren Städten Läden westlicher Prägung mit Einkaufswagen und das Prozedere folgt dem auch bei uns bekannten Muster.

Im Supermarkt meines geringsten Mißtrauens habe ich mich mittlerweile in die Feinheiten des russischen Einkaufs eingearbeitet.

Da ist zunächst die Krux mit der Packungsgröße. Früher habe ich frohgemut alles in den Einkaufswagen gelegt. Heute schaue ich zunächst einmal auf die Angabe der Packungsgröße. Packungen denen man gut und gern einen Inhalt von einem Liter zutraut erweisen sich in der Praxis als 950 Mililiter-Packungen, so z.B. bei Milch und Fruchtsaft. Wie allgemein bekannt, macht Kleinvieh ja auch Mist. Hier 50 Mililiter weniger und dort 30 Gramm weniger … Wer denkt „typisch Russland, eben Betrüger und Mafiosi“, dem sei ein Blick auf die Verhältnisse in Deutschland ans Herz gelegt. Da sieht es nämlich auch nicht rosiger aus.

Immer wieder aber schaue ich in die Regale um Neues zu entdecken und ab und zu gelingt das auch. Da gab es schon Wodka im aluversiegelten Plastikbecher für die denen das Aufschrauben einer Flasche zu langatmig war. Mittlerweile sind solche Eskapaden Teil der Vergangenheit. Aber das findige russische Unternehmertum erschließt immer wieder Marktlücken die es zu stopfen gilt.

Gab es schon vor langen Jahren die Überraschungseier einer bekannten Marke, so gibt es jetzt das „spezielle Überraschungsei der russischen Art“. Damit ist nicht die russische Firma gemeint, die eine russische Variante des westlichen Überraschungseis auf den Markt bringt. Handgranatenattrappe für die lieben KleinenGemeint ist eine Fabrik die die Bonbons den kleinen Kunden in der Verpackungsform einer Handgranate anbietet. Das Wunderwerk ist für rund zwei Euro zu haben und beinhaltet neben Süßigkeiten auch einen Spielzeugsoldaten zum Zusammensetzen für den Nachwuchs. Das Erzeugnis nennt sich „SpezNas“, was soviel wie „Spezialtruppe“ bedeutet.

Nun ist das Verhältnis der Bevölkerung zur Armee hier ein ganz anderes als in Deutschland. Zahlreiche Ehrentage für die Angehörigen der Streitkräfte, so der Tag der Luftlandetruppen z.B. der im August begangen wird, gehören zum normalen Alltag. Auch öffentliche Paraden werden ohne die in Deutschland gewohnte Scheu veranstaltet.

Aber ob man deswegen auch gleich Handgranatenattrappen im Supermarkt verkaufen muß die jeden Flughafen innerhalb von Minuten zum Chaoshaufen werden lassen können? Ich habe da meine Zweifel.

P.S. Es gibt zumindest in der ukrainischen Hauptstadt Kiew auch Salzstreuer in Handgranatenform im Angebot, aus denen man, nach „Abzug des Sicherungsstiftes“ Salz streuen kann, wirklich sehr sehr komisch, oder nicht?Salzstreuer-Handgranate aus Kiew

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Seit der Einführung des sog. „Einheitlichen Staatsexamens“ – „EGE“ – für Absolventen der russischen Schulen ist Chance für so manchen Zeitgenossen auf einen kostenlosen Studienplatz erheblich geschrumpft. Der Prüfungsstoff der abgefragt wird ist einheitlich und auch die Fragen sind vereinheitlicht. Die Beurteilung der Ergebnisse erfolgt auch nicht vom örtlichen Personal, m.a.W. dem Benotungsmißbrauch ist soweit man bisher sehen kann ein wenig ein Riegel vorgeschoben worden.

Nun gut, wo ein Problem ist da ist auch eine Lösung und daß man das „EGE“ auch durch Stellvertreter erledigen lassen kann, das ist seit einem Bericht im Mai diesen Jahres in den Nachrichten des ersten Kanals des russischen Fernsehens auch dem Letzten klar.

Da war zu sehen wie geschäftstüchtige Zeitgenossen in der russischen Provinz sich Zutritt zu dem Examenstermin verschafften um dann für die Prüflinge gegen entsprechende Aufwandsentschädigung die lästigen schriftlichen Prüfungen zu absolvieren. Zu den so Hilfsbereiten zählten, man höre und staune, auch das Lehrpersonal eben jener Schule in der Provinz in der die Prüfungen stattfanden. Und damit alles reibungslos ablief hatte die Direktorin der betroffenen Schule dafür Sorge getragen daß die Veranstaltung geräuschlos über die Bühne ging,  gegen eine Aufwandsentschädigung versteht sich.

Leider hatten die Dienstleister die Rechnung ohne den Wirt gemacht und waren daher nicht wenig erstaunt daß am Prüfungstag auch die „ausführenden Organe der Macht“ nebst Mitarbeiter des Fernsehens zur Stelle waren um nach dem Rechten zu schauen und vor laufender Kamera eine 38-jährige Lehrerin beim Betreten der Prüfungsräume zu erwischen, die sich auf dem Wege der Gehaltsaufbesserung befand.

Im Moment läuft die Bewerbung der Schüler an den Universitäten und sonstigen Ausbildungsstätten Rußlands auf vollen Touren. Das Ausbildungsjahr beginnt am 1. September in Rußland (und auch der Ukraine). Zugang zu den vom Staat finanzierten Ausbildungsgängen haben die zukünftig Studierenden zunächst einmal auf Grund ihres schulischen Abschlußzeugnisses und der Noten. Weitere Kriterien können bei der Vergabe der heißbegehrten Studienplätze herangezogen werden. Der Katalog umfaßt einem Bericht des russischen Fernsehen zufolge mehr als 100 verschieden Kriterien, so u.a. Teilnahme an Wissenwettbewerben, den sog. „Olympiaden“.

Bessere Chancen auf eine Ausbildung will der russische Staat denen angedeihen lassen, die behindert sind. Dieser ehrenwerte Vorsatz führte allerdings bei der diesjährigen Begutachtung der eingegangen Bewerbungen zu dem erstaunlich Ergebnis daß sich Anzahl der behinderten Bewerber auf einen kostenlosen Studienplatz um nahezu 25 % erhöht hatte. Noch mehr erstaunte die interviewten Uni-Präsidenten das Faktum, das die Invalidisierung der Bewerber zu einem großen Teil wohl erst kurz vor der jeweiligen Übermittlung der Bewerberdokumente stattgefunden haben mußte. So wies eine Vielzahl der eingereichten „Invaliditätsbescheinigen“ eine auffällige zeitliche Nähe zum Bewerbungszeitpunkt auf. Daß teilweise auch Bescheinigungen ohne Registriernummer eingereicht wurden soll nur der Vollständigkeit halber erwähnt werden.

Um die Frühinvalidisierung der russischen Jungakademiker zu begrenzen sieht man sich jetzt gezwungen im Zweifelsfall einen neutralen Gutachter zu bemühen der den Gesundheitszustand des Bewerbers überprüfen wird. Daß dabei der eine oder andere „invalide“ Bewerber durch das Raster rutschen wird und damit genügend Plätze für die wirklich Bedürftigen zur Verfügung stehen werden, bleibt zu hoffen. Den daraufhin abgelehnten „invaliden“ Kandidaten bleibt dann, falls ihnen ein Strafverfahren keinen Strich durch die Rechnung macht,  als letzter Ausweg immer noch das selbstbezahlte Studium mittels eines Vertrages mit der jeweiligen Universität.

Fazit: Erstens: Das russische Fernsehen zeigt eine für manch westlichen Beobachter erstaunliche Offenheit im Umgang mit Mißständen im eigenen Lande, eine Offenheit die so garnicht zu dem gern mancherorts gehegten Bild von der „Putin-Diktatur mit Medwedjew-Maske“ paßt.

Zweitens: Die notwenigen und richtigen Schritte zur Reform des Bildungswesens werden in Rußland gemacht.

Drittens: Es bleibt zu hoffen daß die auf Grund der bisher geltenden Praxis im Ausland mancherorts mit Argwohn betrachteten Zeugnisse russischer Bildungsinstitutionen wieder an Wert gewinnen.

Viertens: Ferner bleibt zu hoffen daß die offizielle Lehrerbesoldung in absehbarer Zeit solche Höhen erreicht daß „Nebenverdienste“ für das Lehrpersonal nicht nur überflüssig werden sondern der Verlust eines gut dotierten Arbeitsplatzes höher wiegen wird als der Anreiz zu Nebeneinkünften. Da habe  ich allerdings so meine Zweifel, leider.

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Integration von Ausländern ist ein Problem in Deutschland, aber, wie wir unlängst gesehen haben, nicht nur dort. Wie dem auch sei, daß Integration wichtig ist wird derjenige bezeugen können, der mit den Ergebnissen mangelhafter Integration konfrontiert wird. Grundschullehrer aus Berlin-Neukölln könnten da sicher einiges dazu erzählen.

Daß andererseits zu viel „Integration“ auch ihre Probleme haben kann, davon kann ich nach dem heutigen Tag selbst ein Lied singen. Der Anlaß: Besuch auf „meiner“ Bank in Kiew, aber der Reihe nach.

und hier geht es zu Monopoly-Spielern und

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Der eine oder die andere kennt sicher das Buch von Henry Miller, der auch Bücher wie der „Wendekreis des Krebses“ geschrieben hat. Daß die Bücher nicht unbedingt als Kinderliteratur durchgehen, das wissen wohl viele. Hier soll es weniger um Henry Miller gehen, als vielmehr einmal um „Silent days in Kiew“. Normalerweise ist Kiew im Sommer zwar nicht gerade ein beschaulicher Platz, aber ruhiger als sonst ist es schon. Große Teile der Bevölkerung sind in die Sommerfrische auf die Datscha oder an das Schwarze Meer auf die Krim gefahren. Zunehmend machen sich die Ukrainer auch auf ihre Nachbarn zu besuchen und fahren in die Türkei. Die ist, ganz nebenbei gesagt, auch erheblich billiger und der Service ist auch besser, wie selbst eingefleischte Patrioten zugeben.

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Mit diesem Begriff umschreibt man den Brauch im alten Rom das Volk mittels Brot und Spielen ruhig zu stellen. Daß dieser gute Brauch nicht ausgestorben ist, dafür ist u.a. das Kiew heutiger Tage ein gutes Beispiel.

Anlaß der Volksbelustigung: Die Feier 1020 Jahre Christianisierung der Kievskaya Rus. Vor 1020 Jahren im Jahre 988 soll die Christianisierung der Kiewer Rus unter Großfürst Wladmir I., dem Heiligen stattgefunden haben. Heidnische Götterbilder wurden zerstört und in den Dnepr geworfen. Das Christentum wurde Staatsreligion am Dnepr.
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