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Posts Tagged ‘Back in the USSR’

Habe beim „Aufräumen“ einen meiner ersten Blog „wiedergefunden“ im Netz. Ganz gut schon, aber ich merke, heute schreibe ich anders. Egal, wer den Blog nicht kennt,

hier ist er.

Viel Spass

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altbau03.jpgAls ich zu Beginn der 80er Jahre im Rahmen einer Uni-Exkursion einmal in die damalige Hauptstadt der lettischen Sowjetrepublik Lettland fuhr, da hatten wir auch ein Treffen mit dem Stadtarchitekten zum Thema Stadtplanungsrecht. Im Laufe des Treffens erzählte uns der Architekt verschmitzt lächelnd, daß man in Riga die „Kunst des Altbaus“ beherrsche. Wir dachten dabei an die Altstadtsanierung und den Wiederaufbau. Zu unserem Erstaunen erklärte uns der Architekt aber, daß man darunter folgendes zu verstehen habe:

„Wir bauen so, das sieht schon alt aus.“

Daran fühlte ich mich erinnert als ich heute in unser vor drei Jahren erbautes Haus in Kiew zurückkam, in dem wir eine Mietwohnung im 15. Stock mit Blick über die Stadt bewohnen. Eine Mauer am Parkplatz hatte wohl dem altbau04.jpgAnecken eines Autos nicht standgehalten und war einfach weggebrochen. Aber auch im Haus selbst zeugen auf Putz verlegte Kabel und Türeinfassungen, die ein Baukollektiv wohl in der Mittagspause mittels Taschenmesser zurechtgeschnitzt haben, davon, wo „fleißige Handwerker“ – ja die aus dem Kinderlied – gebaut, man muß wohl eher sagen gewütet haben. Auch Maler scheinen seinerzeit einen eklatanten Mangel an „Zielwasser“ gehabt zu haben. Anders kann ich mir die Malkünste, bei denen schon mal Fußleiste und anschließende Wand verwechselt worden, nicht erklären.

„Sie taten so als bezahlten sie uns und wir taten dafür so als ob wir gearbeitet hätten.“

Dieser alte Slogan der Arbeiterklasse, der die „innere Kündigung“ gut umschreibt, scheint sich bis in die Neuzeit gerettet zu haben. Schnell, dafür aber nicht unbedingt qualitativ bemerkenswert zu bauen, das ist das Motto der Zeit. Türen die schlecht schließen, Fenster die auf das unabdingbare Minimum beschränkt werden, alles egal. Hauptsache verkauft.

altbau05.jpgDa wundert es schon nicht mehr daß eine bestimmte Sicherung immer und immer wieder rausfliegt und folgerichtig kann man sich beim Wechseln einer Birne auch schon mal auf eine engere Bekanntschaft mit den E-Werken der Stadt Kiew einstellen und mal antesten wie das ist wenn man denn auf dem elektrischen Stuhl landet. So ging es mir neulich.

Nun ja, die Fassade ist bereits westlich, der Inhalt leider noch nicht überall. „I’m back in the USSR“ – die Beatles lassen schön grüßen. Sorry für die schlechte Bildqualität, war mein NOKIA – darf man die noch erwähnen – Communicator 9500.

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